Robert Schlesinger – Erfolgsfotograf im Interview

Robert Schlesinger – Erfolgsfotograf im Interview

Lieber Robert, ich freue mich sehr auf unser gemeinsames Interview! Du warst internationaler Foto-Journalist des Politikgeschehens und bist jetzt renommierter Automobil- und Lifestyle-Fotograf. 

Du bist vor Kurzem zum dritten Mal im Fotobildband „Blickfang – Deutschlands beste Fotografen“ erschienen. Wie fühlt man sich, wenn der Stern einen zu diesem Anlass mit Aufmerksamkeit bedenkt?

Stern-Artikel: „Punk, Fleisch, Sex und Schönheit“

Erst einmal danke für die Einladung zum Interview.

Also der Stern-Artikel war für mich persönlich der krönende Abschluss eines absolut erfolgreichen Jahres 2019. In Bezug auf mein Business als Fotograf hatte er natürlich eine enorme Reichweite und eine wahnsinnig positive Resonanz.

Die obligatorische Frage: Robert, wie bist du zur Fotografie gekommen?

Puh, long story short… Die Frage ist durchaus interessant, weil ich mein Handwerk nicht wie der Großteil der anderen Fotografen studiert habe. 

Um ganz vorn anzufangen, muss ich erwähnen, dass ich in meiner frühen Jugend das Fotografieren als etwas Praktisches genutzt hatte. Ich begann als Modellbau-Fotograf und war fasziniert von den vielen Fassetten des Foto-Handwerks.

Robert Schlesinger

So beschloss ich, eines Tages Foto-Journalist zu werden. Wenn es nach meiner Familie gegangen wäre, hätte ich wie mein Großvater, Jura studieren sollen.

Ein paar Jahre später schaffte ich es entgegen der Vorstellungen meiner Eltern und wider allen bürokratischen Gesetzmäßigkeiten, also Alter, Abitur, Studium, allein durch mein Engagement und die Qualität meiner individuellen Arbeiten erst als Freelancer, dann als angestellter Fotograf bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Fuß zu fassen.

Wie kam es dazu? Gab es eine Schlüsselsituation?

Schlüsselsituation eher weniger. Ich bekam anfänglich eine Art Probeauftrag. Am Morgen meines zweiten Arbeitstages zierte mein Foto vom Vortag die Titelseite der Berliner Zeitung. Am nächsten Tag ein anderes bereits die Titelseite der Süddeutschen Zeitung. Von da an war ich fester Bestandteil der Foto-Redaktion der dpa.

Du hast also schon sehr früh gelernt, deinen eigenen Weg zu gehen. Respekt, Robert! Wie lange warst du dann für die dpa als Foto-Journalist unterwegs? Was waren deine persönlichen Highlights?

Ich habe insgesamt 10 Jahre für die Deutsche Presse-Agentur fotografiert. Ich fing an als Foto-Journalist für tagesaktuelle Themen und arbeitete mich von dort ins Politgeschehen. 

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Meine persönlichen Highlights waren beispielsweise „Obamas Rede an der Siegessäule in Berlin“ (2008), „Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf dem Times Square“ (2010), „der Papstbesuch in Deutschland“ (2011),  „die Ernennung und Amtsantritt Ursula von der Leyens als Bundesverteidigungsministerin“ (2013), die „Olympischen Winterspiele in Sochi“ (2014) oder die“ Olympischen Spiele in Rio de Janeiro“ (2016). Ich durfte den ehemalichen Außenminister Guido Westerwelle auf seine Amtsreisen begleiten und man könnte schon fast sagen, ich habe unsere Kanzlerin Frau Merkel nahezu über ihre gesamte Amtsperiode hinweg immer wieder begleitet. 

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Wahnsinn! Das klingt spannend. Wir haben recherchiert, dass du mehrere Preise für deine Arbeiten erhalten hast. Möchtest du uns verraten welche?

Preise sind mir eigentlich nicht so wichtig. Ich freue mich eher darüber, wenn die Menschen die Tiefe, die Ironie, die Zweideutigkeit und die Emotionen in meinen Arbeiten erkennen. 

Dennoch gab es neben anderen Auszeichnungen zwei, die mich stolz gemacht haben. Das war die Auszeichnung „Bester Digitalfotograf Deutschlands“ (2007) und das „Politikfoto des Jahres“ mit Angela Merkel, Joachim Gauck und Horst Seehofer (2012).

Heute bist du unter eigenem Namen als Lifestyle- und Automobilfotograf unterwegs. Wie kommt man von der Bundespressekonferenz zu den Filmfestspielen in Cannes?

Als Foto-Journalist hatte ich ein sehr breites Spektrum an Themen. Ich habe für die dpa nicht ausschließlich das Politgeschehen fotografiert, sondern auch Sport-Events wie Boxen, Polo, Fußball; Festivals wie Rock am Ring oder Konzerte von Rihanna, U2 und Materia, sowie die Berlinale und die Filmfestspiele in Cannes. 

Spannend! Nach 10 Jahren dpa, was waren deine ersten Jobs in der „neuen Freiheit“?

Ich hatte zufällig bei einem Charity-Golf-Turnier in Kitzbühel Franz Beckenbauer kennengelernt. Danach beauftragte mich seine Stiftung für die folgenden sechs Jahre. Er war zu der Zeit selbst Markenbotschafter für den Automobilhersteller AUDI, so konnte ich wiederum Kontakte knüpfen und die Weichen für mein heutiges Wirken als Automobil-Fotograf stellen. AUDI ist zudem Hauptsponsor der Berlinale und beauftragte mich für die bis dahin größte Social-Media-Kampagne rund um den VIP-Fuhrpark „Movie Fleet“.

Robert, ich bin von deinen Arbeiten begeistert und absolut überwältigt von deiner Geschichte. Was werden wir als nächstes von dir sehen?

Das erzähle ich dir im nächsten Interview. Was ich sagen kann ist, dass ich mir für 2020 vorgenommen habe, eine Ausstellung meiner besten Arbeiten auf die Beine zu stellen.

Oh ja, wenn es so weit ist, gib uns Bescheid! Ich hoffe wir werden noch sehr viele, sehr lustige, bewegende, ironische, doppeldeutige Arbeiten von dir sehen! 

Bleib so wie du bist: Ein Unikat!

Robert Schlesinger

Marienburger Straße 16

10405 Berlin

Telefon:       +49 (0) 173 – 82 44 91

E-Mail:         hey@robert-schlesinger.com

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